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Serienstart und Racing TOMKART Test in Lyss


Dauertest Abschluss erste Phase

Der erste Akkusatz der dreifels Lithium Powerbatterien wurde nach 6 Monaten Einsatz zur Analyse und Kontrolle am 12. August ausgebaut. Innerhalb von 152 Tagen hat der Akku 12'000Ah oder 500kWh Energie geliefert. Der Akku absolvierte rund 1500 Fahrten rsp. Zyklen.

Aufgrund der häufigen seitlichen, frontalen und Heckcrashs war die Befestigung des Akkus und das Gehäuse recht beschädigt. Bei der Zerlegung und der Ausmessung des Akkus jedoch zeigt sich, dass die Zellen oder elektrischen Verbindungen keinerlei Beschädigungen hatten.


Start Serienproduktion Lithium Powerakkus für Karts

Nach einer kompletten Überarbeitung und Optimierung des Batteriecontrollers und einer stabileren Auslegung des Gehäuses konnte am 18.9.09 die Serienfertigung der Kartakkus beginnen.

090918_Montage_Kartakku-13_776 In Reih und Glied stehen die Akkus mit Controller bereit zur Auslieferung. Aber zu erst mal richtig prüfen:

Testfahrten Racing TOMKART

Am 19. Sept 09 wurde zum Start der Serienproduktion der neuste TOMKART in der Racing-Ausführung auf der offenen Kartbahn in Lyss einem Dauertest unterzogen. Hier ein kleiner Erlebnisbericht:


Auf der Aussen-Kartbahn in Lyss (www.kartbahnlyss.ch) haben wir ein ideales Testgelände. Hier können wir schneller und mit mehr Leistung fahren als auf den engen Indoor-Kartbahnen.
Das Team: Roger und Mischa von tomkart (www.tomkart.com), Peter und Ralph von dreifels.

Alles dabei: Ein Akkusatz mit dem neuesten Controller, Software soeben von Peter fertiggestellt, zwei Alugehäuse mit grossen Lüftern, damit auch Entladeströme von 200A und Ladeströme von 100A die Zellen nicht zum Schwitzen bringen.
Das neuste TOMKART-Chassis mit dem Racing LEMCO 200 Motor von ASMO (siehe www.asmokarts.com), in rot und schwarz lackiert.

Unter der Hochnebeldecke machen wir uns daran den Kart für die Testfahrten auszurüsten. Neben den professionellen Rennkart-Teams, die neben uns in der Boxenstrasse werkeln, kommen wir sehr bescheiden daher.
Eine blaue Dunstwolke, die mich an Ostberlin zu DDR Zeiten erinnert, und ein Motorengedröhne, das etwas von einer Kettensäge-Orgie hat, umringen uns. Da ist es uns kaum möglich das Einschalt-Klicken der Relais zu hören.
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Eine Schar neugieriger Kartmechaniker und Piloten sammelt sich um das exotische Teil. Am Elektroantrieb besteht grosses Interesse, selbst von den eingefleischtesten Kolbenfeilern. Schliesslich haben die meisten Karts inzwischen auch einen Elektromotor und Batterie drin, etwas zu klein dimensioniert zum Fahren, aber zum Anlassen reichts.

090919_Kart_Lyss-06 Den Hauptschalter drücken und die Software schaltet auf grün: Es kann los gehen.

090919_Kart_Lyss-07 Zu erst mal auf der Kiste einen Testlauf. Der Motor dreht nicht genügend hoch. Ursache gefunden, da der Racing Motor einen Temperaturfühler drin hat, muss die Calibrierung des Gaspotis angepasst werden. Laptop aufstarten und den Vollauschlag auf 2.5V setzen. So surrt es schon besser davon.

090919_Kart_Lyss-10 Die ersten Meter für Peter . . . scheint eigentlich alles zu funktionieren. Das Gaspoti spricht etwas nervös an. Da die Leistungsbegrenzung auf 200A hochgesetzt wurde, kann der Motor sich nicht gedulden, um auf seine Nenndrehzahl hochzugehen. Ein paar Kurven und Schleudertests auf dem Parkplatz und dann wären wir bereit für die Piste.

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Jede Stunde machen die Benzin-Rennkarts ein 15 Minuten Rennen. Das letzte Rennen von den Mittag ist noch im Gang, danach heisst es Ruhepause für alles was explodiert.
Wir nutzen die paar Minuten noch, um die Ladung zu testen. Der 3-Phasen Stecker liegt bereit, das 5kW Ladegerät anschliessen. Locker gehen die 100A rein und kurz vor 12h schaltet das Ladegerät aus: Akku voll.

Die Strecke ist sehr gut ausgebaut und fast schon wie Formel 1, mit schönen überdeckten Kurven (für im Winter) und einem Tunnel.

Einsteigen und die Fahrt geniessen!

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Die Ruhe ist eingekehrt auf der Rennpiste. Man hört nur die Autobahn im Hintergrund rauschen. Ab und zu wird das Rauschen etwas stärker - richtig, das war der TOMKART der soeben vorbei flitzte.

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Elegant liegt der flache Flunder auf der Asphaltpiste. Eigentlich ist es ja nur ein Sitz mit Rädern. Anders als bei den normalen Karts, sieht man hier unter der schicken Verschalung nichts von der Technik - man hört nichts und man riecht nichts. Da muss nichts gekühlt werden, und ausser etwas Gummi von den Reifen lässt der TOMKART keine materiellen Spuren hinter sich. Wo man Anflugsrichtung der Verbrennerkarts schon von weitem orten kann, und die blaue Öl- und Benzindampfwolke das Revier auch nach dem Verschwinden noch lange deutlich markiert, hat der TOMKART schon fast unheimliche "Stealth-Eigenschaften". Als Fotograf muss man ganz genau beobachten, damit man ihn auf der Piste überhaupt findet.

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Etwas macht er aber trotzdem: er fährt, und wie!
Durch die Kurven zieht er wie auf Schienen. Mit etwas Gewichtsverlagerung kleben die weichen Reifen richtig auf dem Asphalt (obwohl es nur 20 Grad hat).

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Auch ohne Motorengeräusche und Parfumwolke kommt schon fast Rennstimmung auf. Man hört den Wind im Helmvisier pfeiffen und riecht den Duft von frisch geschnittenem Gras. Mal links, mal rechts geht es Kurve um Kurve, Runde um Runde flott voran.
Allerdings wird es nichts mit den erhofften 10kW Leistung. Der Motor ist mit 1:4 viel zu stark untersetzt, sodass er nach 2 - 3 Sekunden bereits seine End-Drehzahl von rund 3000 rpm erreicht (siehe unter Motoren www.asmokarts.com). Dann fliessen nur noch 35 - 45 A Strom, also nur 20% der Leistung, die er eigentlich bringen könnte (und wir auch haben möchten). Mit der vollen Leistung von 10kW wäre man mit bis zu 100km/h unterwegs und könnte da seine Gedanken zwischen den Kurven nicht so lange abschweifen lassen.

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Zwischendurch gibt es Fahrerwechsel. Auch ein Rückwärtsgang hat der Kart natürlich und beim Abbremsen rekuperiert er die Bremsenergie jeweils zurück.

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Man könnte sich gut daran gewöhnen.

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Eine gute Stunde später erreicht der Akku endlich seine Abschaltschwelle von 25Ah (er hätte rund 40Ah verfügbar) und wir stecken den dicken Ladestecker ein. In nur 15 Minuten (bei 100A = 25Ah) ist der Akku wieder voll. Mit Infrarot-Temperaturmessung suchen wir nach "heissen Stellen". An den Reifen erkennt man mit über 30 Grad eindeutig wo beim Fahren die Energie hin geht. Beim Laden sind es die Hauptsicherungen, die sich deutlich erwärmen.

Kurz darauf ist auch Schluss mit der Ruhe. Es knattern die Motoren und das Rennen geht weiter.

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Eine letzter Tastendruck aufs Display und ab geht es in den Serienfertigung, bzw. zur Präsentation des TOMKART nach Portugal.


Ralph Schnyder, 19.9.09

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