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Piaggio Ape mit dreifels Lithium Power Akkus


Fahrzeugbeschrieb: Wikipedia
Herstellerwebseite: Piaggio
Neupreis als Dieselausführung: CHF 13'798.-

Olivier Conca, Olten (www.conca.ch) hat seine "Biene" umfassend restauriert und von Diesel auf Elektroantrieb umgerüstet.

Daten und Ausrüstung
091024_Conca_Ape_10_776 Modell: APE TM Pick-Up mit Lenkrad, Pritsche mit Alubordwand
  • Motor: PERM Synchron Motor PMS 150, 8kW
  • Getriebe: 5 Gang
  • Radaufhängung vorne: Schwinge mit Stossdämpfer und Schraubenfeder
  • Radaufhängung hinten: Einzelradaufhängung mit Stossdämpfer und Spiralfeder
  • Bremsen: Hydraulische Zweikreis Bremsanlage
  • Höchstgeschwindigkeit: 70 km/h
  • Verbrauch: 10 - 13 kWh / 100 km
  • Batterie: dreifels Lithum Power 48V / 100Ah / 5kWh / 300A
  • Steigfähigkeit: > 22% (im ersten Gang)
  • Wendekreis: 7 m
  • Nutzlast: 550 kg
  • Reifen 125 R 12
  • Abmessungen: Länge 3'390 mm, Breite 1'500 mm, Höhe 1'630 mm
    Länge der Ladefläche 1.970 mm
  • Leergewicht: 550 kg
  • zulässiges Gesamtgewicht: 1100 kg
  • Anzahl Sitzplätze: 2
  • Ladegerät 2.0 kW
  • Speziallackierung blau / gelb




Bericht Lithium-Ape
Olivier Conca / Ralph Schnyder, 24.10.09

Nach 6 Jahren Dieselbetrieb und dem Aufgebot zur Nachprüfung, was eine Revision des Dieselmotors nach sich ziehen würde, stellte sich die Frage wie weiter. Mit Diesel oder, wie schon länger gewünscht, elektrisch. Nach diversen Untersuchungen am Markt stand fest, es ist definitiv Zeit für die Zukunft. Mit Diesel schaffte die Biene unter Gerüttel, Lärm und Gestank so knapp 65km/h und verheizte über 4.5l/100km - eigentlich nicht zu rechtfertigen für ein so leichtes, kleines und schwach motorisiertes Fahrzeug. Richtige Autos brauchen weniger und fahren schneller etc.

Aber mit einem leistungsfähigen Elektroantrieb wäre das eigentlich das ideale Fahrzeug für den Nahverkehr und Kleinlasttransport. Olivier Conca entschied den Schritt zu wagen. Als Konstrukteur und Mitentwickler des Serien-TWIKE (1995) hatte er den notwenigen Rucksack dazu.

Neben den technischen Fragen, welcher Motor, welche Elektronik und Batterien, waren nicht zuletzt auch die Zulassungsfragen nicht ganz ohne Tücken. Für nicht kommerzielle Einzelumrüstungen gibt es da glücklicherweise einige Erleichterungen, sodass auch diese Hürde im Frühjahr 2009 geschafft war.
Der Motor bringt eine Dauerleistung von 8kW und entspricht damit der fossilen Motorisierung. Das 5-Gang Schaltgetriebe wurde weiterhin drin gelassen, sodass man auch mit voller Beladung noch den steilsten Berg hoch fahren kann, aber auch auf der Gerade eine Höchstgeschwindigkeit von über 70 km/h erreicht. Da der Synchronmotor (PMS 150) bei 50V nur gerade auf 3'000 rpm kommt und die maximale Spitzenleistung zu wenig Drehmoment, geht das nicht ohne Schaltung (von der Zulassung her darf man nur 20% mehr Leistung einbauen, als drin war).

Die Inbetriebnahme und Zulassung des Fahrzeuges erfolgte mit herkömmlichen Bleiakkus. Die Umrüstung auf vier Blöcke mit je 12V / 100Ah dreifels Lithium Power Akkus (LiFePO4) folgte Anfangs Oktober 2009.


Die Testfahrt

091024_Conca_Ape_16_388Daten und Theorie ist gut, aber wie brauchbar ist der Lithium-Ape nun tatsächlich?
Ein schöner Herbstsamstag, Picknick, Gummistiefel und alles was man sonst noch so auf "der Farm" braucht auf die riesige Ladebrücke werfen, und ab gehts! 15km und ein kleiner Pass von 250 Höhenmetern steht zwischen Diegten und unserem Ziel in Wintersingen.

Wir wählen gleich mal den 5. Gang zum losfahren. Es geht leicht bergab und da braucht man nicht zu schalten. Flott zieht die Biene ausserorts bis 70km/h mit. Ein Säuseln des Windes und das Zwitschern des Zahnriemens ergänzen die lautlose Fortbewegung. Das Lenkrad geht so leicht, wie wenn es Servolenkung hätte und das gut abgestimmte Fahrwerk erinnnert nur ganz selten, bei einem Schlagloch in der Strassenmitte, dass man nur 3 Räder hat.

In Sissach noch eine kurze Demorunde durch die neue Begegnungszone. Da es anschliessend den Berg hoch geht, schalte ich schon mal an der Kreuzung in den 3. Gang - und bereue es sofort, denn das Mahlen des Getriebes und des Zahnriemens sind etwas zu viel "Bienengeräusche", aber warnen zumindest die Fussgänger auf der Tempo 20 Zone.

Am Berg bei über 10% Steigung fällt die Geschwindigkeit schon etwas in den Keller. Mehr als 8kW sollte man dem Motor nicht verabreichen, sodass ich den Fuss etwas vom Gas nehme und gemütlich mit 20km/h den Berg erklimme. Moment mal - was ist dieser Hebel in der Mitte? Ojeh, ich hatte die Handbremse nicht ganz gelöst. Jetzt sieht es schon besser aus! Mit knapp 8 kW fahren wir nun flott mit 30km/h die engen Kurven hoch.

Zwischenstand nach 11km auf der Passhöhe: 31Ah oder rund 1/3 der Kapazität. Also die Reichweite wird kein Problem werden. Auch die Spannung bleibt stur auch bei 200A noch über 46V - sollte auch so sein, denn die Akkuzellen würden nach Datenblatt bis 1'200A ertragen.

Bergab saugen die Akkus den Strom mit Genuss wieder in sich hinein. Am Schalthebel hat es einen kleinen Gasknopf mit dem man die elektrische Bremsleistung dosieren kann. Im 3. Gang braucht man so die Trommelbremsen nicht unnötig zu verschleissen und kann fast bis zum Stillstand rekuperieren. Der Bordcomputer zeigte später, dass wir immerhin 11% der verbrauchten Energie bergab wieder rückspeisen konnten.

Der Fahrkurs
Jetzt ist Zeit für Fahrerwechsel. Jane ist dran: Erklären muss man eigentlich kaum was; Schlüssel drehen, Kippschalter auf "vorwärts" und schon gehts los!


Etwas Feldwege sind kein Problem, schliesslich müssen wohl die meisten der "Bienen" mit ganz anderen Strassen leben, als wir diese hier in der Schweiz haben.

091024_Conca_Ape_17_388Der Rückweg geht über die Rickenbacher Höhe mit einer Steigung von fast 20%. Im 3. Gang krabbeln gerade etwas viel Ampèrekäfer durch die Leitung, aber schon sind wir oben und geniessen den Ausblick auf das Nebelmeer, das vom Mittelland über die Jurahöhen quillt. In Gelterkinden testen wir noch den brandneuen Kreisel und dann in Sissach ein paar leere Paletten laden (im Auto hatten sie nicht Platz) und wieder zurück nach Diegten.

Das war gerade etwas mehr als Stadtverkehr, schon eher landwirtschaftlicher Einsatz. Kein Moment war weder Antrieb noch Akku an der Grenze und mit einer vollen Beladung Brennholz hätten wir noch zwei Gänge Reserve gehabt. Der Fun-Faktor ist bei der Biene etwas anders als bei einem Tesla, etwas weniger bodennah auf den Sitzbänkchen der Führerkabine, dafür umso bodenständiger.


Die Facts der Fahrt
30.02km / 72.32 Ah / 3'743Wh / 115Wh/km (wären etwa 1 Liter Diesel auf 100km)

Maximalstrom 300A, die tiefste Spannung 44.8V und rekuperiert mit -225A.

Maximalgeschwindigkeit 75.8 km/h, Durchschnitt 33.6km/h


Das Fazit
Als Benzin- oder Dieselausführung sind die "Tuc-Tuc" im Südeuropa und in Asien mit ihren Abgasen und Lärm ein übles Laster aus der Frühzeit der Motorisierung und zu oberst auf der Liste des ökologischen Sündenkataloges.
Das liegt aber nur am Antrieb. Die "elektrische Biene" ist genau das, was ein Nutzfahrzeug im Nahverkehr sein sollte: wendig, handlich, einfach in der Bedienung und flott zu fahren. Es gibt wirklich keinen Grund mehr, wieso man nicht sofort alle umrüsten sollte! (Die Abgaswolken und den Lärm wird niemand vermissen.)


Kostenaufstellung Biene Umbau


Kosten ohne Fertigungs- und Montagekosten und ohne Konstruktion des Umbaus am CAD

Beschreibung
AC Motor Typ PMS 150
Digital Motorcontroller ACT 445 M für PMS
Handheld Programmiergerät / Handheld (Parameter anpassen)
Batteriekosten LiFe 100Ah

Carrossierie revision (aussen vollständig neu lakiert)
Fahrwerk und Getriebe Revision (neue Schwinge vorne)
Anbauteile für Batt.kasten, Motoraufhängung und Getriebeumbau
Bordcomputer
Elektronik Teile und Verkabelung div.

Zoll- und Transportkosten div.
Zulassungskosten MFK

Total Kosten CHF
Lieferant
Perm
Perm
Perm
dreifels

Filipelli AG
Bingeli Schwarzenburg
Conca
Asmo



Kosten
SFr 2'860.10
SFr 1'229.07
SFr 460.71
Fr 10'720.00

SFr 5'548.40
SFr 3'000.00
SFr 2'646.75
Fr 252.85
Fr 181.95

Fr 375.85
Fr 454.40

SFr 27'730.08




Aufwand Konsstruktion und Umsetzung:

Konstruktionsaufwand Conca 80 h
Montage und Verkabelungsaufwand Conca 72 h
Administrations und Transportaufwand Conca 28 h

Total Zeitaufwand für Umbau (geschätzt): 22.5 Tage / 180h


Für dieses Geld bekommt man auch ein Transport-Elektromobil wie z.B. den Mega-Elektro (>>> Link) für SFr 27'950.- oder den Bellier (www.a-e.ch) für SFr 28'050.-.
Diese Fahrzeuge laufen jedoch nur 45km/h, haben Bleibatterien, kleinere Zuladung und kleinere Ladeflächen.
Piaggo selber hat nur der grössere 4-Rad Transporter Piaggo Porter elektrisch für ca. SFr 40’000.-
dreifels ag   Rebgasse 17   CH-4460 Gelterkinden   T +41-61-973 23 33   F +41-61-973 23 31   info@dreifels.ch   Support   >>> AGB